Biographie von Chaim Weizmann 

Chaim Weizmann wurde in dem kleinen Dorf Motol (Motyli, jetzt Motal') bei Pinsk in Weissrussland (damals Teil des Russischen Reiches) geboren. Nach dem Gymnasium begann Weizmann 1892 sein Chemiestudium an der Technischen Hochschule Darmstadt, welches er ab 1894 an der Königlich Technischen Hochschule in Berlin fortsetzte. Im Jahr 1897 kam Weizmann nach Fribourg in der Schweiz, wo er 1899 in Chemie promovierte (Prädikat summa cum laude). An der Universität Genf erhielt er dann von 1901 bis 1903 einen Lehrauftrag im Fach Chemie.

Im Jahr 1910 wurde er britischer Staatsbürger. In seiner Zeit als Dozent in Manchester wurde er für seine Entdeckungen berühmt, aus der bakteriellen Gärung grosse Mengen an gewünschten Substanzen zu gewinnen und ist seitdem als Vater der industriellen Vergärung bekannt. Er benutzte den Bakterienstamm Clostridium acetobutylicum (auch unter dem Namen Weizmann-Organismus bekannt), um grosse Mengen an Aceton zu produzieren. Aceton wurde damals zur Herstellung des explosiven Treibstoffs Kordit im Rahmen der alliierten Kriegsanstrengungen benötigt. Gegen Lizenzgebühren transferierte Weizmann die Rechte an seinem Verfahren an die “Commercial Solvents Corporation“. Nach der Shell-Krise 1915 während dem 1. Weltkrieg wurde er von 1916 bis 1919 Direktor der “British Admiralty laboratories“, und zum Berater des britischen Versorgungsministeriums ehrenhalber ernannt. Er forschte zu dieser Zeit auf dem Gebiet der synthetischen Gummis und an Treibstoff mit hohen Oktanzahlen. 

Seit 1918 war Weizmann zusammen mit Albert Einstein und Hugo Bergman um die Gründung der Hebräischen Universität in Jerusalem bemüht, deren Präsident er von 1932 bis 1952 war. In seinem Wohnort Rechowot gründete er das heutige Weizmann-Institut. Chaim Weizmann verstarb am 9. November 1952 und wurde im Garten seines Hauses beerdigt, welches heute zum Weizmann-Institut gehört.


Chaim Weizmann

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